Elektrogrill-Rückruf: Warum die Modellnummer zählt
Ein Elektrogrill kann noch heiss werden, obwohl eine wichtige Schutzverbindung nicht mehr zuverlässig hält. Genau darum geht es beim neuen Rückruf bestimmter Char-Broil Bistro Pro vom 17. September 2026 in den USA und Kanada. Für Besitzer in der Schweiz ist vor allem wichtig: Nicht vom ähnlichen Namen auf das eigene Gerät schliessen, sondern Modell und Herstellungsdatum vergleichen.
Was ist beim Bistro Pro passiert?
Die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC und der Hersteller beschreiben denselben Fehler: Der Erdungsleiter am Heizelement kann sich lösen. Dadurch kann der Schutz im Fehlerfall verloren gehen; es besteht Stromschlaggefahr. Der Rückruf betrifft bestimmte Bistro-Pro-Modelle mit den Herstellungscodes 2510, 2511 oder 2512, also Oktober bis Dezember 2025. Die vollständige amerikanische Modellliste steht in den unten verlinkten Originalmeldungen.
Health Canada bestätigt die Aktion für das kanadische Modell 25302177. Nach den Angaben der Behörde wurden 342 betroffene Geräte in Kanada und 10’605 in den USA verkauft. Betroffene Besitzer sollen den Grill nicht weiter benutzen und beim Hersteller ein kostenloses Reparaturset anfordern. Diese Angaben beziehen sich auf die nordamerikanische Aktion und sind keine Zusage für jedes hierzulande verkaufte Gerät.
Warum die europäische Modellnummer entscheidend ist
Es gibt auch eine europäische Rückrufmeldung von Char-Broil, allerdings bereits vom 5. August 2026. Sie betrifft bestimmte Patio Bistro E2Coal und Patio Bistro Cube E mit den Modellnummern 26302401, 26302402, 26301801 und 26301802 sowie denselben drei Herstellungscodes. Hier nennt der Hersteller eine möglicherweise nicht vollständig festgezogene Erdungsverbindung.
Die europäische Meldung sieht ein kostenloses Reparaturset oder alternativ ein Ersatzgerät vor. Ob ein konkreter Schweizer Kauf darunter abgewickelt wird, muss der Hersteller beziehungsweise der Händler anhand der Gerätedaten bestätigen. Aus der neuen US-Meldung allein lässt sich das nicht ableiten. Die beiden Aktionen gehören deshalb nicht einfach in denselben Topf – auch wenn es hier ausnahmsweise um Grills geht.
Was Besitzer ohne technisches Vorwissen tun können
Für die erste Abklärung braucht es keinen Schraubenzieher. Wichtiger sind lesbare Angaben zum Gerät. Unsere praktische Empfehlung ist, zuerst Informationen zu sammeln und die offizielle Rückrufstelle einzubeziehen:
- Ein möglicherweise betroffenes Gerät vorerst nicht benutzen. Nicht durch erneutes Einschalten ausprobieren, ob es noch funktioniert.
- Modellnummer und Seriennummer vom zugänglichen Typenschild fotografieren, ohne das Gehäuse zu öffnen. Das Gerät muss dabei ausgeschaltet, vom Strom getrennt und abgekühlt sein.
- Die Nummern mit der passenden regionalen Rückrufmeldung vergleichen. Ein ähnlicher Produktname oder dieselbe Farbe reicht zur Identifikation nicht.
- Händler oder Hersteller mit diesen Angaben kontaktieren und den vorgesehenen Ablauf bestätigen lassen. Vorhandenen Kaufbeleg bereithalten.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Funktion und Sicherheit: «Er heizt doch noch» beantwortet nur die erste Frage. Eine Schutzverbindung soll gerade dann helfen, wenn etwas anderes im Gerät schiefgeht. Ein unauffälliger Grillabend ist deshalb kein Nachweis, dass diese Verbindung in Ordnung ist. Bei Unsicherheit über den Rückruf oder die sichere Handhabung ist die Herstellerberatung beziehungsweise eine Elektrofachperson die richtige Anlaufstelle.
Reparaturset statt improvisierter Lösung
Ein offizielles Reparaturset ist grundsätzlich eine andere Ausgangslage als die Suche nach irgendeinem ähnlich aussehenden Teil. Der Hersteller ordnet die Massnahme konkreten Modellen zu und liefert den vorgesehenen Ablauf. Daraus folgt aber nicht, dass jeder Besitzer die Arbeit selbst übernehmen sollte. Wer sich die beschriebenen Schritte nicht zutraut, sollte Unterstützung über die Rückrufstelle klären. Dieser Beitrag ist ausdrücklich keine Anleitung zum Öffnen oder Reparieren eines Netzgeräts.
Gerade an sicherheitsrelevanten Verbindungen sind improvisierte Ersatzteile keine gute Idee. Ein selbst gedruckter Halter oder eine zufällig passende Schraube ist nicht automatisch ein geeigneter Ersatz für eine vom Hersteller vorgesehene Befestigung. Kreativität hat in einer Hobbywerkstatt ihren Platz; bei einem Rückruf muss zuerst klar sein, welche Abhilfe für genau dieses Gerät vorgesehen ist.
Was das für unsere private Werkstatt bedeutet
In unseren Projekten gibt es bereits einen Tischgrill, dessen defekter Schalter ersetzt wurde. Damals wurde ein passender Ersatz bestellt. Das zeigt eine mögliche Einzelfallreparatur, ist aber kein Beleg dafür, dass wir den aktuellen Char-Broil-Rückruf bearbeiten können oder dafür autorisiert sind.
AllesReparieren in St. Gallen ist eine private, nebenberufliche Werkstatt, entstanden aus einer Roboter-Hobbywerkstatt. Wir haben kein umfassendes Ersatzteillager und nur begrenzten Zugang zu Teilen. Diagnose und klar eingrenzbare Defekte passen eher zu unseren Möglichkeiten als pauschale Reparaturversprechen. Für ein Rückrufgerät führt der erste Weg daher zum Hersteller. Reparieren kann Ressourcen schonen – aber nur eine sichere, zum Gerät passende Lösung ist wirklich ein Gewinn.
Bildhinweis: KI-generiertes Symbolbild eines unbenutzten Elektrogrills; kein Foto eines konkreten Rückrufmodells.